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Das interpretierende System Wortverständnis und Begriffsrepräsentation in Mensch und Maschine mit einem Beispiel zur Diagnose-Codierung
3. Auflage
Die Idee, Computer zu verwenden, um Texte zu "verstehen", ist schon alt. Viele Konzepte sind entworfen worden, doch die linguistischen Fähigkeiten des Computers haben die geweckten Erwartungen bisher nicht erfüllt. Die automatisierte Textanalyse (NLP = Natural Language Processing) bleibt weiterhin eine Herausforderung.
Der Autor befasst sich bereits seit vielen Jahren mit Textinterpretern. Ausgehend von der Hypothese, dass Mensch und Maschine als interpretierende Systeme angesehen werden können, versucht er zu verstehen, wie der Mensch die in einem Text vorhandene Information auffasst, und überträgt die gewonnenen Erkenntnisse auf maschinelle Systeme. Als Resultat ist ein Interpreter entstanden, der mit elementar wenigen Grundbausteinen auskommt und in der Lage ist, Texte zur Weiterverarbeitung mit dem Computer inhaltlich zu erschliessen. Durch den Verzicht auf eine Gesamthierarchie ist er flexibel erweiterbar.
Die Grundsätze dieses maschinellen wissensbasierten Textinterpreters werden in diesem Buch leicht verständlich beschrieben. Neben der Darstellung von Funktionsweise und Oberfläche des konkreten, praktisch einsetzbaren Computerprogramms enthält der vorliegende Text auch eine detaillierte, polydisziplinäre Auseinandersetzung mit den Hintergründen. Dabei erläutert der Autor das Zusammenspiel von Worten, Begriffen und Objekten und setzt sich mit dem grundlegenden Unterschied zwischen der Signalübertragung, z.B. in einem Telefonnetz, und der Informationsbehandlung bei einer Interpretation auseinander.
Das Buch wendet sich an Medizin-Informatiker, Codierungsspezialisten und Sprachinteressierte.
Inhaltsverzeichnis
Teil 1: Ein semantischer Interpreter
1 Ein maschinelles Interpretationssystem
2 Begriffe (Atome)
3 Relationen
4 Aussagen (Moleküle)
5 Die Oberfläche des Wissensbasis-Editors
6 Die Inferenzmaschine (der semantische Interpreter)
7 OOP und Begriffsrepräsentation
Teil 2: Zur Architektur des semantischen Raumes
8 Zur Architektur des semantischen Raumes bei der Diagnosecodierung
8.1 Einleitung
8.2 Das Dreieck nach Ogden und Richards und der semantische Raum
8.3 Achsen und Werte im semantischen Raum
8.4 Die hierarchische (= monoaxiale) Architektur
8.5 Die multidimensionale Architektur
8.6 Die multifokale Architektur
8.7 Die multipunktuelle Architektur
8.8 Die Rolle der Architekturen bei der Codierung
Teil 3: Codierung als Interpretationsvorgang
9 Codierung als Interpretationsvorgang
Teil 4: Zur Theorie des interpretierenden Systems
10 Das semiotische Dreieck und der Konstruktivismus
11 Das selbstreferenzielle Tabu
12 Das interpretierende System
13 Begriffe und Objekte
14 Begriffe und Worte
15 Das Bit als Informationsträger
16 Der Interpretationsvorgang
Zusammenfassung
ZIM-Verlag 2003, Wolfertswil;
edition punktuell ist Auslieferverlag. |